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Kritik der Kick


Eine Kritik fällt diesmal schwer, da sich die Frage stellt, ob man das Stück oder dessen Wirkung hier ansprechen soll.

Für alle die es nicht gesehen haben eine kurze Zusammenfassung: Durch ausschließliche Verwendung von Gerichtsakten, Verhörprotokollen und Interviews mit nahe stehenden Personen wurde ein Stück geschaffen, welches einen Mord an einem Jugendlichen durch drei gleichaltrige Zechkumpanen nacherzählt. Alle Rollen, die der Mörder, zwei Brüder, sowie deren Eltern, der Mutter des Opfers, des verhörenden Polizeibeamten und Nebenfiguren aus dem Dorf der Täter wurden brillant von den drei Schauspielern dargestellt. Diese verstanden es hervorragend diese unterschiedlichen Charaktere mit Leben zu versehen. Vor allem die Ratlosigkeit aller Beteiligten, wie es zu einem solchem Vorfall kommen konnte, wurde dem Zuschauer glaubwürdig vermittelt.
Es ist aber genau dieses Unvermögen, eine solche Tat zu erklären, was diesem Abend einen schlechten Eindruck verpasste. Denn in einer anschließenden Diskussionsrunde vermochten es weder die Schauspieler noch die betreuende Regieleiterin klar Stellung zu beziehen bzw. das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken.
Ob man gerade uns mit diesem Fazit nach „Hause“ schicken sollte, ist mehr als zweifelhaft. Jeder von uns hat bereits genug mit seinen eigenen Sorgen allein zu leben und darf eigentlich durch eine solche Veranstaltung auf Unterstützung oder zumindest auf Ablenkung hoffen.
Diese Hoffnung wurde enttäuscht, obwohl es so einfach gewesen wäre.

Ich würde mich freuen, wenn bei der Auswahl zukünftiger Projekte diesem Aspekt mehr Bedeutung zugemessen wird.



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