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Musikseite


Die Musikschule im Kreativzentrum


Das Kreativzentrum (Flachbau hinter dem ehemaligem Speisesaal des A/B- Hofes) ist ein im Aufbau befindlicher Prozess. Zu Zeiten des Jugendvollzuges befand sich in diesem Gebäude die Schule. Wo früher Haupt- und Realschulabschlüsse gemacht wurden, werden die Räumlichkeiten inzwischen für eine ganze Reihe von kreativen Angeboten genutzt.

Wie manche schon mitbekommen haben gibt es seit November 2007 bei uns eine kleine Konzertreihe, die sich noch eine Weile fortsetzen soll. Vorgestellt werden Gruppen und Einzelkünstler, die Instrumente spielen, die zukünftig auch bei uns zu erlernen sein werden. Denn wir haben eingekauft und verfügen nun über eine ganze Menge Gitarren (akustisch wie auch elektrisch, auch Bässe), Keyboards/E- Pianos, Schlagwerk (Schlagzeuge, Djemben, Congas, Tarbukas, etc.) sowie Blasinstrumente (Saxophone, Trompeten, Posaunen, Klarinetten) und elektronische Instrumente (Electribe, Syntheziser).

Ab Anfang April werden bei uns zwei Musiklehrer des Heinrich- Schütz- Konservatoriums Dresden arbeiten, die zunächst im Bereich Perkussion, Gitarre und Keyboard Unterricht anbieten werden. Später, ab September, werden nach und nach auch die anderen Instrumente unterrichtstechnisch abgedeckt werden, so dass es spätestens 2009 hier mehrere Bandprojekte geben kann, sowie Chor- und Bläserensembles.

Dazu wird natürlich notwendig sein, dass man auch unter der Woche Zugang zu den Instrumenten bekommt, zum Üben. Hier werden wir noch eine Menge entwickeln müssen.

Ein Anfang sind die Stationsgitarren, die man sich jetzt schon über den Bediensteten ausleihen kann. Die Berechtigung zur Benutzung der Stationsgitarre bekommt man per Antrag ebenfalls über Herrn Haberkorn. Übrigens werden sich die Musiklehrer bei und im Rahmen dieser Konzertreihe auch musikalisch vorstellen: am 05.04.2008 findet im Kreativzentrum ein Konzert (HSK- Trio2) statt in dem sie uns ihr Können beweisen und wo sicherlich der Raum sein wird persönlich bezüglich des Unterrichts mit ihnen in Gespräche zu kommen.

Der nächste Konzerttermin ist: Samstag, der 05. April 2008, ab 16:00 Uhr; HSK-Trio2

Also Augen auf bei den bunten Aushängen und ran mit den VG-51ern.

Haberkorn

Violine

Konzertkritik

Hier noch einige Anmerkungen zu den bereits stattgefundenen Konzerten.

Den Auftakt gaben im November 2007 „Banda Communale“. Sie erfreuten den Zuhörer mit einer Mischung aus Folklore und Rock/Pop. Dabei fanden nur Blas- und Rhythmusinstrumente Anwendung. Trotz der wenigen Besucher herrschte eine ausgelassene Stimmung. Bereichert wurde diese instrumentale Darbietung durch die akustische Unterstützung eines Mitgefangenen.

Am 06. Dezember 2007 „erfreute“ uns das „Vocal Quintett“. Zu ihrem Repertoire gehörten Chorgesänge vom Mittelalter bis in die Moderne. Obwohl die Darbietung qualitativ hochwertig war, traf sie meiner Ansicht nach nicht den Geschmack der ohnehin schon geringen Anzahl der Zuhörer.

In diese Rubrik würde ich auch das Konzert vom „Astros- Quintett“ im Januar 2008 einordnen. Erwartet wurde ein Stil-Mix ähnlich „Banda Communale“. Wir wurden mit einem Mix aus moderner Saxophon- und Jazzmusik unterhalten. Wie schon gesagt wurde vom Publikum Musik mit Power und Tempo erwartet aber es wurden eher ruhigere Töne angeschlagen, die den Zuhörer doch recht schnell ermüdete.

H.R.


Klavier

Am 23. Februar 2008 fand eine erste Vorstellung der zukünftigen Musiklehrer statt. Es wurde eine Vorstellung angeboten mit der Möglichkeit, nach dem musikalischen Teil die Lehrer mit Fragen zu löchern und Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerzahl von Seiten der Gefangenen hielt sich, wie schon so oft, in Grenzen. Es waren ca. 20 Gefangene anwesend.

Leider war es sicher so, dass viele Zuhörer ein Pop- Konzert erwartet hatten. Dem war aber keineswegs so. Es wurde keine platte „easy- listening“- Musik geboten, sondern wir erlebten eine sehr gute Performance mit anspruchsvoller Musik, die das große Können der Interpreten, Christiane Ludwig (Gesang), Andreas Reuter (Piano) und Uwe Fink (Bass) zum Ausdruck brachte. Sie ließen sich auch durch den Übereifer eines Gefangenen nicht aus der Ruhe bringen, der glaubte, aktiv in die musikalische Darbietung eingreifen zu müssen. Leider wirkte sein Beitrag eher erheiternd und störend, als musikalisch wertvoll.

Ich würde mir nur wünschen, dass das nächste Mal nicht das Thema „Liebe und Partnerschaft“ gewählt würde. Dieses Thema ist bei Gefängnisinsassen nicht sonderlich beliebt. Gerade weil der Prozentsatz der Beziehungen, die während der Haft zerbrechen sehr hoch ist.

Trotzdem war die Vorstellung sehr gelungen und inhaltsreich.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden und ein „Weiter so!“.

M.R.





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