Gottes Liebe gegen die Verzweiflung an der Welt
Liebe Leser und Leserinnen der ZZZ,
es sind ja nicht nur Kinderaugen, die strahlen, wenn sie ihre Geschenke
endlich auspacken dürfen. Uns geht es doch oft nicht anders, obwohl wir zum
Teil wissen, was wir geschenkt bekommen. Aber es bleibt ja immer der Unterschied
zwischen Wunsch und Wunscherfüllung – um einige Beispiele zu nennen: Zwischen der
Aussicht auf Besuch oder Urlaub oder Lockerung und der Genehmigung liegen Tage des
Hoffens und Bangens, wie glücklich strahlen jedoch die Augen dessen, dem dieser Wunsch
erfüllt wird – oder zwischen der Aussicht auf einen schicken Pullover und dem Genuss,
ihn tatsächlich aus dem Geschenkpapier auszuwickeln und zu tragen.
So ähnlich geht es uns auch mit der Weihnachtsgeschichte. Sie ist uns längst geläufig.
Für viele ist sie eine alte Vertraute. Alle Jahre wieder hören wir sie – und manchmal
sehen wir sie von Kindern gespielt. Da gibt es nichts Überraschendes mehr – und doch:
Indem die alten Worte uns zugesprochen werden, da gehen sie auch auf uns über, wie ein Geschenk.
Ein Geschenk, um das ich zwar seit einiger Zeit weiß, dass ich mir aber auch aneignen darf.
"Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."
So kurz fasst der Evangelist Johannes die Erzählung von der Geburt des Jesuskindes zusammen.
Gott macht sein Wertvollstes der Welt zum Geschenk. Seinen Sohn. Aus Liebe.
Um auf mein Geschenkbeispiel zurückzukommen: Wie der schöne Pullover auch nach Weihnachten unseren
Körper vor Kälte schützt, so bewahrt uns Gottes Liebe davor, im Alltag der Welt zu verzweifeln,
wenn die gute Weihnachtsstimmung längst verfolgen ist, wenn Türen zuknallen und Wünsche nicht
immer in Erfüllung gehen.

Eine gesegnete Weihnachtszeit wünschen
Pfarrer Neumann und das Seelsorgeteam
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