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Veränderungen!

Veränderungen können gut und schlecht sein, manchmal zur gleichen Zeit. Im Jahr 2007 wird die JVA Regis-Breitingen in Betrieb gehen. Sie wird dann die einzige sächsische Jugendstrafanstalt sein. Es ist noch unklar, welche Zuständigkeit die JVA Zeithain dann haben wird.
Für die Gefangenen wird es viele Verbesserungen geben. Fast alle Gefangenen werden einen Einzelhaftraum in einer neuen und modernen Anstalt haben. Die Möglichkeiten in Bezug auf Schulabschluss und berufliche Bildung in der JVA Regis-Breitingen werden voraussichtlich weiter ausgebaut.
Auch in Bezug auf Freizeitmaßnahmen wird es sehr gute Bedingungen geben. Manche Gefangene und deren Angehörige werden sich über den Anfahrtsweg in die JVA Regis-Breitingen nicht freuen, aber manche freuen sich auch derzeit nicht über den Anfahrtsweg in die JVA Zeithain.
Alle Beteiligten, Bediensteten und auch einige Gefangene, können Stolz darauf sein, was in Zeithain geschaffen und erreicht wurde. Trotz aller Probleme und aller weiteren Verbesserungsmöglichkeiten: wir haben in Bezug auf Behandlungsmaßnahmen und vollzugliche Gestaltung Maßstäbe gesetzt. Sozialtherapie, Mota, Kunsttherapie, Selbststellermodel und Vollzug in freien Formen in der C1, sowie die jüngst geschaffenen Bereiche zur Sicherung und Re-Intigration in der C3 links und zur Behandlung von Gefangenen mit besonderem Förderungsbedarf in der B1 gibt es in dieser Vielfalt und Kombination wohl kaum in einem anderen deutschen Jugendstrafvollzug.

Auch in Punkto Sicherheit haben wir es trotz aller Probleme geschafft, dass das Drogenproblem in der Anstalt relativ gering ist, Alkoholkonsum relativ selten vorkommt und Tätlichkeiten unter Gefangenen deutlich seltener geworden sind.
Die vernünftigen Gefangenen und die Mitarbeiter müssen leider unter den vielleicht 10% bis maximal 30% der unvernünftigen Gefangenen leiden, die sich nicht an die Regeln halten können und wollen. Es wäre ein Vielfaches an Freiheiten und Freizeitmaßnahmen für die Gefangenen und sehr viel mehr Behandlungen möglich, wenn nicht diese kleine Gruppe von Gefangenen jede Gelegenheit zu Drogenhandel, Erpressung, Diebstahl, Körperverletzung und weiteren Straftaten oder schweren Fehlverhaltensweisen nutzen würde.
Und, auch wenn es keiner hören will: wenn die 2/3 vernünftigen Gefangenen nicht dem Motto “wir sind keine Anscheißer” folgen würden, sondern in sozialer Verantwortung jede Straftat und jedes grobe Fehlverhalten melden würden, dann wäre das Problem auch fast vollständig gelöst.
Leider sind wir noch weit davon entfernt, dass der Großteil der Gefangenen selbstbewusst, vernünftig und sozial verantwortlich den Vollzug mitgestaltet. Bis sich das (hoffentlich) ändert, können die Bediensteten und die vernünftigen Gefangenen zumindest sehr stolz auf das Erreichte sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen Bediensteten, allen externen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Kräften, allen Unterstützen und Gästen der JVA Zeithain und natürlich allen Gefangenen schöne Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr 2007.

Schiebel
Leiter der JVA Zeithain

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