4 in 1 - Der Kunstarbeitsbetrieb
von Alex L.
Die Situation ist den meisten von uns sicher bekannt.
Kaum in Zeithain angekommen bekommt man die Empfehlung sich um Arbeit
zu bemühen, sprich einen Arbeitsantrag zu stellen. Gerade für Neuankömmlinge,
die Ihre allererste Haftstrafe verbüßen beginnt dann das Grübeln.
Arbeit? Ja. Aber wo? Was gibt es überhaupt für Möglichkeiten und welche
Vorraussetzungen muss ich mitbringen u.s.w. Mitgefangene können da auch nur bedingt helfen,
mal abgesehen davon das bestimmte Arbeitsbereiche für „Neue“ auf Grund der kurzen „Einschätzungsphase“
kaum bis gar nicht zugänglich sind (z.B. Bücherei, Küche oder Hauswerkstatt).
Und bei den anderen Arbeitsbereichen ist auch nicht für jedermann sofort klar, was sich dahinter genau versteckt.
Aus diesem Grund möchten wir Euch nach und nach einen kleinen Einblick in die
verschiedenen Arbeitsbetriebe geben und vor allem denjenigen , die noch keine Arbeit haben,
die Chance geben ihre Entscheidung, wo sie sich bewerben, etwas erleichtern.
Heute also der Kunstarbeitsbetrieb.
Vorab: der Kunstarbeitsbetrieb, unter der Leitung von Herrn Meerstein, hat nichts mit den
kunsttherapeutischen Angeboten der JVA zu tun. Die künstlerisch inhaltliche Betreuung des
Kunstarbeitsbetriebs obliegt dennoch Frau Haase, Frau Hamann und Herrn Haberkorn.
Der Kunstarbeitsbetrieb, auch bei vielen unter "KAB" bekannt, besteht aus vier Bereichen:
Holz, Malen, Töpfern und Filzen. Die Ausrichtung aller Bereiche ist weitestgehend gleich gelagert -
mittels Kunstgedanken sollen Gefangene dahingehend bewogen werden Handwerk und Kunst zu verbinden,
um somit u.a. auch eine mögliche Alternative zum Berufsleben schaffen zu können.
Wichtig ist dabei, dass Gefangene nicht nur unter (An)leitung tätig sind, sondern auch Eigeninitiative
zeigen und ebenso eigene Ideen einbringen. Denn der Anspruch des Kunstarbeitsbetriebes
ist nicht nur, dass die Gefangenen sich frei entfalten können, sondern letztlich auch selbstständig
arbeiten und dabei handwerkliches- und Kunstverständnis nicht außer Acht lassen.
Ferner ist das Ziel Produkte zu schaffen, die qualitativ hochwertig und dementsprechend auch
veräußerbar sind, so dass diese auch außerhalb der Anstalt präsentiert werden können.
Speziell entstehen im Holzbereich hauptsächlich naturnahe Produkte (vom Stuhl bis hin zum Hasenstall).
Unter anderem um die Kunst als Ursprung geht es beim Malen oder auch um einfache Bauernmalerei.
Beim Filzen entsteht "Tragbares" - eine Weste, ein Hut oder Schuhe, aber auch Dekoratives wie
Blumengestecke, Sitzkissen oder Wandbilder. Im Töpferbereich werden verwendbare Haushaltutensilien
geschaffen (Töpfe, Tassen, Kannen) bis hin zu Skulpturen.
Der Kunstarbeitsbetrieb, welcher seit Anfang dieses Jahres erstmalig als Eigenbetrieb zählt,
bietet somit mehr als man im ersten Moment annimmt und somit soll sich jeder angesprochen fühlen,
der, in welcher Form auch immer, künstlerische Fähigkeiten vorzuweisen hat und diese in einer der
genannten Bereiche entfalten möchte.
Im rechten Teil sehr ihr ein paar Beispiele für Produkte, welche im Kunstarbeitsbetrieb entstehen,
um gleichzeitig auch zu verdeutlichen wie breit gefächert das Angebot sein kann und welchen
künstlerischen Spielraum das Mitwirken in diesem Betrieb bietet.
Fotos: © JVA Zeithain 2009
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Holzmöbel
Malerei
Tassen aus der Töpferwerkstatt
Filzblumen
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